Sonntagmorgen
Die Glocken rufen zum Gottesdienst. Einige Leute bleiben noch kurz beim Schaukasten stehen oder werfen einen Blick auf den Ständer mit Zeitschriften und Handzetteln im Vorraum der Kirche. Andere kommen von gegenüber herein. Darunter erstaunlich viele jüngere Menschen. Sie sind gerade im Zentrum drüben gewesen, haben noch kurz ihren Kindern die Kinderhüeti gezeigt. Die Kleinen sind jetzt schon friedlich am Spielen, gibt es hier doch einmal andere Spielsachen als zuhause.
Wieder läuten die Glocken – die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen strömen heraus. Die meisten drehen nach rechts ab, Richtung NKGZ (Neues Kirchgemeinde – und Gemeinschaftszentrum). Im Foyer, an gemütlich kleinen Tischen bei einem Kaffee oder Tee (den sie selber zubereiten können), diskutieren sie über die Predigt. ...doch halt, wenn wir genau hinhören: hier, an diesem Tisch planen einige ältere Leute ihren gemeinsamen Zmittag. Andere verabreden sich für nächste Woche; eine junge Mutter organisiert gerade einen Termin, an dem ihre Kinder gehütet werden.
Am Nachmittag treffen sich die Singles. Heute bleiben sie allerdings nicht im NKGZ, sondern machen einen Ausflug. Vielleicht werden sie am Abend zurückkommen und zusammen eine Raclette zubereiten.
Montag
Es ist ruhig im NKGZ. Nur im Sekretariat klingelt es öfters am Schalter, nach dem Wochenende möchten die Leute Auskünfte haben. Einige gehen auch gleich noch ins Pfarrbüro nebenan. Und im Foyer trinken andere nach dem Einkaufen einen Kaffee.
Dienstag
Nach dem Altersturnen im Saal trinken die Weisshaarigen im Foyer einen Tee oder ein kaltes Getränk, bevor sie wieder heimkehren. In der Küche sind bereits die Köchinnen am Salat waschen und am Gemüse rüsten für den gemeinsamen Zmittag. Von der Kirche kommen junge Mütter mit ihren Kindern vom „Eltern-Kind-Singen“; sie gesellen sich zu den älteren Frauen – wenn auch nur kurz, denn diese wollen langsam weiter – zudem wird ihnen der Kinderlärm bald einmal zu viel.
Am Nachmittag ist Kinderhüte. Wieder ist Hochbetrieb, die Kinderwagen finden kaum Platz unter dem Vordach.
Gegen Abend treffen die ersten Konfirmandinnen und Konfirmanden ein. Dieses Jahr hat es kaum Raucher – so treffen sie sich im gemütlichen Jugendraum – auch nach dem Unterricht werden sie dort noch zusammen sitzen und weiterreden. Sie haben sich als zuverlässig im Aufräumen gezeigt, darum kann ihnen das Abschliessen überlassen werden. Die wenigen Raucher allerdings müssen draussen bleiben, auf den Steinblöcken im Garten, beim Vorplatz – im Sommer kein Problem.
In einem andern Raum tagt die Kirchenpflege. Daneben trifft sich eine Elterngruppe, die zusammen einen Kindertag vorbereitet. Die Fahrradständer vor dem Eingang sind überfüllt, auch wenn im Haus drinnen Ruhe herrscht. Nur vom Jugendraum her dringen hin und wieder Geräusche auf die Strasse. Der Bandraum scheint auch besetzt zu sein, jedenfalls brennt Licht. Die Jungen sind wohl am Proben für den nächsten Auftritt. Trotz Verstärkern dringt kein Ton durch die Isolation.
Mittwoch
Mutter – Kind – Treffen im Saal ; nachher die obligate Kaffeerunde.
Am Nachmittag ist Plauschnachmittag für die Primarschüler – dazu braucht es nicht nur den grossen Saal, sondern auch die Unterrichtszimmer. Besonders gut genutzt ist heute der Bastelraum, wo gehämmert und gemalt werden kann, und die Bilder hängen bleiben, bis sie trocken sind. Die Kinder kennen diesen Raum gut: im Winter lieben sie es, hier Kerzen zu ziehen.
Donnerstag
Am Morgen kommt eine Trauerfamilie zum Gespräch. Die Angehörigen des Verstorbenen treffen sich mit der Pfarrperson im kleinen Sitzungszimmer. Es ist schön, dass ihnen ein Glas Wasser und ein Kaffee von der Kaffee-Ecke im Foyer offeriert werden kann. Am Nachmittag singt der „Chor der grauen Häupter“ (SeniorInnenchor) im Saal. Natürlich gibt es auch noch einen Tee und ein Schwatz danach. Eine andere Gruppe SeniorInnen trifft sich für „Wir lesen die Bibel“ – beim Kaffee sehen sich dann alle. Manchmal weichen die einen ins Konf-Zimmer aus – sehr interessiert daran, was von den Jugendlichen an den Wänden hängt.
Am frühen Abend – wieder Konf-Unterricht. Da es nicht regnet, bleiben die Jugendlichen bis zur letzten Minute draussen auf dem Platz, sitzen auf den Steinblöcken und geniessen den lauen Abend!
Drinnen auf der Informationstafel im Eingangsbereich ist ein Vortrag von einem bekannten Gastreferenten im grossen Sitzungszimmer angekündigt, dort ist ein idealer Raum für diese Gruppengrösse. Im kleinen Sitzungszimmer ist gleichzeitig die zweite Bibellese-Gruppe am Gedankenaustausch. Sie schliessen den Abend mit einem Glas Saft im Foyer.
Freitag
Morgens treffen sich Frauen (nur wenige Männer nehmen teil) zum „Café littéraire“. Nachmittags erfüllen Kinderstimmen die Gänge und den Vorplatz: die eingemietete Spielgruppe ist da. Und abends übt ein Ad-hoc-Chor im Saal; sie bereiten sich vor, um in einem Gottesdienst zu singen. In der Kirche ist Jugendgottesdienst – die Jugendlichen lassen den Abend im Jugendraum ausklingen: beim „Chillen“.
Samstag
In der Kirche ist das „Fiire mit de Chliine“ – anschliessend gehen alle ins Foyer, trinken etwas und diskutieren die Entwicklungen im Dorf. Es ist Gelegenheit, gleich einige Fragen mit der Pfarrperson zu klären. Einige hatten vorher einen gemeinsamen Zmorge organisiert – darum müssen sie halt jetzt, nach dem „Fiire“, im Saal aufräumen und abwaschen. Bis zum Nachmittag soll alles wieder sauber sein, denn ein Brautpaar möchte den Apéro auf dem Kirchenplatz und im NKGZ durchführen. Am Abend ist Familienunterhaltung mit einfachem Nachtessen (heisser Schinken mit Kartoffelsalat). Ein buntes Unterhaltungsprogramm ist vorgesehen mit Musik, Tanz und Bühnenschau. Es werden viele Gäste erwartet. Die Saalküche wird in Betrieb genommen, auf der Bühne sind die Kulissen bereits installiert. Die Garderobe wird vom Frauenverein betrieben, das gibt einen „Zustupf“ für die Vereinskasse. Das Weinbuffet besorgt der Männerchor. Ein Orchester spielt nach den Darbietungen Tanzmusik und auch auf dem Vorplatz herrscht „Chilbibetrieb“.
Wieder ist Sonntag
Schon früh ist reger Betrieb im NKGZ, denn heute ist ein Suppenzmittag geplant. Nach der Kirche treffen sich die Kirchbesucher auf dem Kirchenvorplatz bis der Saal geöffnet wird. Eine initiative Gruppe junger Leute hat für den Abend im Saal einen Filmabend geplant – der abgetrennte kleine Saal genügt.